Risikobetrachtung

Jeder Trader muss Risiken eingehen. Ohne Risiko gibt es an der Börse (jedenfalls auf legalem Weg) keinen Profit. Es stellt sich allerdings die Frage, ob, und wenn ja wie, sich Risiken erkennen, bewerten und begrenzen lassen.

Dazu ist es nach gängigen Kapitalmarkttheorien üblich, das Gesamtrisiko von Investments in unterschiedliche Bereiche aufzuteilen. Es existieren so genannte systematische- und unsystematische Risiken. Diese unterscheiden sich dahingehend, in wie weit sich die jeweiligen Risiken begrenzen, bzw. eliminieren lassen.

Systematische Risiken

Systematische Risiken sind unvermeidbare, den gesamten Markt betreffend Risiken. Sie entstehen durch unkalkulierbare, plötzlich auftretende Ereignisse. Hierauf kann man sich zwar in gewissem Umfang vorbereiten, sie lassen jedoch nicht vollständig beseitigen. Solche Risiken sind beispielsweise:

  • Naturkatastrophen
  • Kriege und wirtschaftliche Krisen
  • Ausfall bedeutender Infrastrukturen
  • Ausfall von Börsensystemen
  • Unerwartete politische oder wirtschaftliche Eingriffe (Zinsen, Wechselkurse u. ä.)

Zumindest auf einen gewissen Teil dieser Risiken sollte ein Trader vorbereitet sein, und ein "wenn - dann" Szenario ausgearbeitet haben. Hierbei hat unter anderem die folgende Fragestellung eine hohe Relevanz:

Bin ich noch handlungsfähig, bzw. in der Lage, eine offene Position zu schließen, wenn....

  • das Telefon Festnetz ausfällt (DSL!)
  • die örtliche Stromversorgung ausfällt
  • die Trading Software versagt
  • der Trading PC ausfällt
  • der Broker nicht erreichbar ist

Überlegen Sie hierzu, wo der Stopp Loss Ihrer Position liegt. Idealerweise sollte er im Orderbuch der Börse platziert sein. Bei vielen Trading Plattformen / Handelsinstrumenten ist dies jedoch nicht der Fall. Alle diese Szenarien können, mit mehr oder weniger hoher Wahrscheinlichkeit, eintreten. Daher ist es unbedingt erforderlich, entsprechend vorbereitet zu sein. Ganz besonders für Daytrader in Hebelprodukten, aber auch für alle anderen Trader. Hierzu sind folgend Maßnahmen hilfreich:

  • Redundantes PC System mit USV, bzw. Notebook, mit betriebsbereiter Trading Software
  • Zusätzliche Internetverbindung via GSM / UMTS (SIM Karte / Stick)
  • Betriebsbereites Handy (mit gespeicherter Nummer des Brokers!)
  • Trading Konto bei einem weiteren Broker, um ggf. eine Position hedgen zu können

Unsystematische Risiken

Unsystematische Risiken lassen sich im Gegensatz zu systematische Risiken durch entsprechendes Management zu Teil, oder ganz ausschalten.

Risikomanagement

Risikomanagement ist Erfassung, Bewertung, sowie der Umgang mit Risiken. Hier geht es speziell um die Risiken, auf die gezielt Einfluss genommen werden kann. Das Risiko einer offenen Position lässt sich beispielsweise mittels Stopp Loss zumindest eingrenzen. Zu hohe Risiken bestehen beispielsweise durch:

  • zu viele, gleichzeitig geöffnete Positionen
  • zu starke Korrelation der Positionen miteinander, mit dem Markt, mit der Branche usw.
  • einseitige Verteilung von Long / Short Positionen
  • zu hoch gehebelte Positionen
  • nicht angemessene Positionsgröße
  • falsche Stopp Loss / Knock Out Positionierung
  • Trades in illiquiden, oder zu volatilen Titeln / Märkten

Welches sind die konkreten Folgen, die durch eingetretene Risiken entstehen können?

  • Verlust von Geld über das eingesetzte Kapital hinaus
  • Verlust das Gesamtkapitals
  • Verlust des bei einem Trade eingesetzten Kapitals
  • Verlust des Initial Risks oder eines Teils davon

Der Verlust von Geld über das eingezahlte Kapital hinaus kann beispielsweise durch eine Position in Hebelprodukten entstehen. Instrumente wie Futures oder CFD´s werden auf Margin gehandelt. Liegt diese Position ohne Absicherung (Stopp Loss) im Markt, bzw. greift der Stopp nicht wie geplant, z. B. weil der Markt nach einer Handelsunterbrechung mit einem riesigen Gap eröffnet, kann die Position so weit im Minus stehen, das die eingezahlte Margin diesen Betrag nicht abdeckt.

Darüber hinaus gibt es bei vielen Produkten wie CFD´s, Zertifikate, Optionsscheinen oder Anleihen noch ein Emittentenrisiko, da es sich bei diesen Produkten um Inhaberschuldverschreibungen handelt.



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