Grundsätzlich, und ohne zunächst auf weitere Feinheiten einzugehen, beschreibt der Begriff Daytrading einen Handelstil, bei dem eröffnete Positionen, egal welcher Art, am gleichen Tag wieder geschlossen werden. Ziel und Zweck ist einerseits das Ausnutzen kurzfristiger Marktbewegungen, andererseits die Vermeidung des hohen Risikos, welches dadurch entsteht, dass eine offene Position über Nacht gehalten wird.
Es handelt sich beim Daytrading also nicht um mittel- oder längerfristige Investments, sondern um kurzfristiges Spekulieren auf Kursbewegungen innerhalb eines Tages. Unter Beachtung üblicher Handelsregeln und eines angemessenen Money Managements, stellt Daytrading jedoch nicht zwangsläufig ein höheres Risiko dar als andere Handelssystematiken.
Ganz im Gegenteil bedeutet es eine starke Reduzierung des Risikos, keine offene Position in Zeiten halten zu müssen, in denen nicht auf Nachrichten und Marktbewegungen reagiert werden kann. Gerade marktrelevante Nachrichten werden oft unangekündigt oder außerhalb der Handelszeiten veröffentlicht. Auch Krisen und Katastrophenmeldungen halten sich nicht an die Öffnungszeiten der Märkte. Nachteilig kann sich das tägliche Schließen einer Position jedoch dadurch auswirken, dass in starken Trendphasen ein geringerer Profit entsteht. Da die Märkte in solchen Phasen häufig mit Eröffnungslücken in Trendrichtung eröffnen, gehen dem Daytrader die Kursspannen dieser Gaps meist verloren.
Andererseits ist ein Trader, der Positionen über mehrere Tage offenhält, einem Risiko durch das Auftreten von Eröffnungs- und Kurslücken gegen seine Position ausgesetzt. In vielen Fällen hilft hier auch kein Stopp Loss, die Position wirkungsvoll abzusichern. Die Stopp Loss Order wird bei einer Kursberührung zu einer Market Order, die dann, gerade in volatilen Marktphasen, möglicherweise sehr weit entfernt vom ursprünglich gesetzten Stopp ausgeführt wird.
Das eigentliche Risiko, welches dem Daytrading häufig zugeschrieben wird, besteht einmal in dem Bestreben, an Kursschwankungen innerhalb einer Handelssitzung zu partizipierten. Andererseits wird Daytrading, um ein ausreichende Positionsgröße zu erreichen, sehr häufig mit gehebelten Konten, sogenannten Margin Konten, betrieben. Hierdurch entsteht leicht ein psychischer Druck, der gerade bei unerfahrenen Tradern typische Tradingfehler provozieren kann. Dieser Druck ist allerdings beim Daytrading nicht zwangsläufig höher als bei anderen Formen von Trading und Investment. Er hängt vielmehr stark vom gehandelten Markt, der Anwendung eines dazu passenden Money- und Risikomanagements, sowie der Persönlichkeit des Traders ab. Auch bei langfristigeren Investments müssen Regeln eingehalten werden, um erfolgreich zu agieren.
Die wichtigsten Eigenschaften, die ein Markt bieten muss, um für Daytrading grundsätzlich in Frage zu kommen, sind eine möglichst hohe Liquidität und ein Mindestmaß an Volatilität. Vorteilhaft ist es zudem, wenn der Markt in beide Richtungen, also sowohl long als auch short, handelbar ist. Ohne genügend Liquidität ist nicht gewährleistet, dass eine offene Position jederzeit, und mit geringer Slippage, wieder geschlossen werden kann. Volatilität, also eine ausreichende Kursbewegung, ist natürlich erforderlich, um überhaupt eine sinnvolle Positionseröffnung zu erlauben. Je nach wirtschaftlichen Möglichkeiten und der Erfahrung des Traders, ist zudem ein Margin Handelskonto von Vorteil.
Besonders Futures Märkte sind sehr gut zum Daytrading geeignet. Konkret bieten beispielsweise die Instrumente Dax®- und Bundfuture, sowie die Minis der US-Börsen die erforderlichen Eigenschaften. Hier findet der Handel über eine regulierte Börse, und nicht über einen Market Maker statt. Dies sorgt für mehr Vertrauen und eine deutlich genauere Kursstellung, besonders in hektischen Marktphasen. Weiterhin entfällt das ungute Gefühl, gegen seinen Broker traden zu müssen. Weitere Märkte und Instrumente, die in Frage kommen, sind Forex, CFD´s, und Zertifikate. Eingeschränkt ist natürlich auch das Daytrading direkt in Aktien möglich. Hierbei ist jedoch zu Beachten, dass der Leerverkauf von Aktien nicht uneingeschränkt möglich ist. Ferner ist hierzu eine gute Kapitalausstattung erforderlich, um eine ausreichende Positionsgröße zu erreichen.

